Warum wir über die (mentale) Gesundheit von Männern sprechen müssen

21 Nov ‘22
5 min
Arianna Freni
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Von Movember bis hin zum Weltmännertag: Der November steht ganz im Zeichen der Männergesundheit und den positiven Werten, die Männer in ihre Familien und in Gemeinschaften tragen. 

 

Warum wir darüber reden müssen? Weil schädliche Stereotype noch immer gängig sind und wir dringend an einem positiven Männlichkeitsbild arbeiten müssen. Eines, das vielfältig ist und einen positiven Beitrag zum Wohlbefinden von Jungs und Männern leistet. 

 

Gegen jedes Klischee

 

„Boys will be boys“ ist eine bekannte Redewendung. In den meisten Gesellschaften und Kulturen rund um den Globus wird Babies ein bestimmtes Geschlecht zugewiesen und auch danach gehandelt. 

 

Wenn wir erwachsen werden, ist es oft schwierig, sich von diesem Stereotyp zu lösen. Männer werden oft dazu angehalten, sich der gesellschaftlichen Vorstellung „wie ein Mann zu sein hat“ anzupassen und vermitteln so ein starkes Bild von sich selbst, das in der Regel das tatsächliche Bedürfnis verdeckt, innere Gefühle zu zeigen.

 

Dass genau dieses Verhalten negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat, thematisiert der Weltmännertag. So können zum Beispiel unsere kulturellen Ansichten und Erwartungen zu einer erhöhten Selbstmordrate bei Männern beitragen. Rund 75 % der Suizide in Deutschland wurden 2020 von Männern begangen.

 

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Glücklicherweise ändert sich die traditionelle Vorstellung von Männlichkeit in der heutigen Gesellschaft und immer mehr Männer sehen Verletzlichkeit als Stärke und nicht als Schwäche an. Mit dem Verblassen von Klischees und Vorurteilen ist es wichtig, positive Vorbilder zu bieten, die die wahren Qualitäten von Männlichkeit verkörpern. Freundlichkeit, Uneigennützigkeit, Vertrauenswürdigkeit und offene Kommunikation, um nur einige zu nennen.

 

Weltmännertag als Inspiration

 

Indem wir Männer dazu ermutigen, sich zu öffnen, können Gespräche über psychische Gesundheit zunehmend ins Licht gerückt werden, während gleichzeitig das Leben wertvoller Menschen verbessert wird. Das diesjährige Thema des Weltmännertags „Helping Men and Boys“ bietet eine großartige Gelegenheit, die jüngeren Generationen zu inspirieren und ihnen die Werte und Verantwortlichkeiten eines Mannes zu vermitteln.

 

Dieser Tag steht nicht in Konkurrenz zum Internationalen Frauentag, sondern soll ihn ergänzen. Vielmehr sollte die Vielfalt gefeiert und nicht verharmlost werden. Das übergeordnete und letztendliche Ziel des Weltmännertags ist es, das Bewusstsein für Männerfragen zu fördern und die Erfahrungen von Männern in ihren verschiedenen Facetten und individuellen Bedürfnissen zu beleuchten. 

 

Zugehörigkeit ist für alle da

 

Es ist an der Zeit, die Diskussion über Männlichkeit neu zu gestalten und die von der Gesellschaft definierten Geschlechterrollen in Frage zu stellen. Wenn wir mit und über Männer Gespräche über Ungleichheiten, Verletzlichkeit und psychische Probleme führen, schaffen wir ein faires und sicheres Umfeld, in dem sich alle entfalten können.

 

Steht dir dein erlerntes Männlichkeitsbild manchmal im Weg? Möchtest du anders handeln, aber findest es schwierig, weil du eine Vorstellung davon hast, wie ein Mann zu sein hat? Buche ein kostenloses Erstgespräch mit unseren Psycholog*innen, die dich dabei unterstützen können.