5 Tipps, um Arbeitnehmer*innen effektiv bei psychischen Problemen zu unterstützen

1 Sep ‘22
5 min
OpenUp Redaktion

In den letzten Jahren wurde der psychischen Versorgung immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt, wobei die psychologische Online-Unterstützung immer beliebter wird. Und auch Arbeitnehmer*innen empfinden ihre psychische Gesundheit als immer wichtiger, wie 55% der Personalverantwortlichen in einer kürzlich von OpenUp durchgeführten Studie angeben. Doch wie geht man als Unternehmen mit dieser Feststellung um?

 

Ein ausführlicher Artikel von McKinsey & Company unterstreicht die Notwendigkeit für psychologische Unterstützung am Arbeitsplatz und zeigt, wie große Unternehmen bereits jetzt darauf reagieren. MT/Sprout warnt vor den Kosten, die mit dem Verdrängen der psychischen Gesundheit innerhalb eines Unternehmens einhergehen. Beide Artikel zeigen den wachsenden Bedarf von Unternehmen und Arbeitnehmer*innen an mehr Unterstützung bei psychischen Problemen.

 

Es ist nicht nur sehr teuer, wenn sich die psychische Gesundheit der Mitarbeiter*innen verschlechtert, sondern geht auch zu Lasten der Produktivität, der Mitarbeiter*innen-Zufriedenheit und führt zu krankheitsbedingten Ausfallzeiten. Die richtige psychologische Unterstützung, auch präventiv, trägt an allen Fronten zu einem gesünderen Unternehmen bei.

 

Psychische Gesundheit von Arbeitnehmer*innen

 

Laut einer aktuellen Studie von OpenUp hat sich die psychische Gesundheit von Arbeitnehmer*innen in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. 33% der Arbeitnehmer*innen zwischen 18 und 65 Jahren geben an, dass sich ihre psychische Gesundheit seit Beginn der Corona-Pandemie verschlechtert hat. In der jüngeren Gruppe der unter 36-jährigen sind es sogar 43%.

Es ist besorgniserregend, dass 62% der Arbeitnehmer*innen angeben, nicht zu wissen, an wen sie sich wenden können oder was sie bei psychischen Problemen tun sollen. 45% sagen sogar, dass sie das Gefühl haben, psychische Probleme nicht unternehmensintern besprechen zu können.

 

In der Folge kämpft ein Viertel aller Arbeitnehmer*innen mit der psychischen Gesundheit und ist diesbezüglich auf der Suche nach Tipps, Ratschlägen oder Kontakt zu einem oder einer Psychologen*in.

 

Durch die Zusammenarbeit mit OpenUp gibst du deinen Mitarbeitenden eine übersichtliche und leicht zugängliche Anlaufstelle, an die sie sich wenden können, wenn sie sich nicht wohl fühlen. Wir bieten Einzelcoaching, Gruppensitzungen und Online-Selbsthilfeprogramme in einer zugänglichen Form an und stellen so sicher, dass für jeden Mitarbeitenden etwas dabei ist.

 

Die größten Herausforderungen für Person-Professionals 

 

Immer mehr Arbeitnehmer*innen wenden sich hilfesuchend an die Personalabteilung. Jüngste Untersuchungen zeigen, dass 42% der Personalverantwortlichen im vergangenen Jahr mehr und mehr Menschen mit psychischen Problemen in ihrem (digitalen) Büro empfangen haben.

 

Darüber hinaus geben 43% an, dass die krankheitsbedingten Ausfallzeiten durch diese psychischen Probleme zugenommen haben. Der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung nimmt zu. Die Personalabteilungen suchen nach Möglichkeiten, ihre Mitarbeiter*innen (weiterhin) gut zu unterstützen. Hierbei gibt es drei große Herausforderungen:

 

  • 83% der Personalverantwortlichen haben aufgrund der Distanz wenig oder gar keinen Kontakt zu den Mitarbeiter*innen, was ihren Einblick in das psychische Wohlbefinden innerhalb des Unternehmens verschleiert oder gar verschwinden lassen könnte.
  • 53% der Personalverantwortlichen geben an, dass es intern wenig bis gar keine Möglichkeiten gibt, um Mitarbeiter*innen mit psychischen Problemen die richtige Unterstützung zu bieten.
  • 37% der Personalverantwortlichen finden es aufgrund des mangelnden Vertrauens, Wissens, Wohlbefindens oder der mangelnden Erfahrung schwierig, bei psychischen Problemen selbst Unterstützung zu leisten.

 

5 Tipps, um Arbeitnehmer*innen bei psychischen Problemen zu unterstützen:

 

1. Sei neugierig, aber urteile nicht

 

Sei offen, neugierig und stelle Fragen, um herauszufinden, was bei den Mitarbeiter*innen wirklich los ist. Hake nach, wenn deine Eingangsfrage nicht (zufriedenstellend) beantwortet wurde. Versuche zu verstehen, warum jemand etwas sagt oder nicht sagt. Frage nicht nur, wie es jemandem geht, sondern vor allem auch warum. Was führt dazu, dass sich jemand so fühlt? Behalte dein Urteil und deine Meinung hierbei für dich und stürze dich nicht sofort auf Lösungen oder Schlussfolgerungen. Höre zu, sammle Informationen und denke erst nach dem Gespräch über mögliche Lösungen nach.

 

2. Zeige dich offen

 

Wenn du möchtest, dass sich Mitarbeitende dir gegenüber öffnen, hilft es, mit gutem Beispiel voranzugehen. Und zwar,  indem du deine verletzliche Seite zeigst: Dann wird es den Mitarbeiter*innen ebenfalls leichter fallen, dass gleiche zu tun. Fällt es dir schwer, eine*n Mitarbeiter*in in ein Gespräch einzubinden? Erzähle, wie du dich zu dem Zeitpunkt fühlst oder nenne Beispiele für Situationen, in denen du dich in letzter Zeit weniger gut gefühlt hast. Das muss auch gar nichts Großes oder Schwerwiegendes sein.

 

Chris Byrne, Head of E-Commerce bei Bestseller, gibt ein gutes Beispiel: Ich komme aus einer Zeit, in der es nicht leicht war, über psychische Gesundheit zu sprechen, und in der dieses Thema als Schwäche angesehen wurde. Indem ich meine eigenen Erfahrungen teile und mit OpenUp zusammenarbeite, hoffe ich, dass sich unsere Mitarbeiter*innen trauen, ebenfalls offen über dieses Thema zu sprechen. Das hilft einem nämlich dabei, als Individuum zu wachsen und ist ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Entwicklung.“

 

3. Sorge für Erreichbarkeit und erhöhe die Kapazität

 

Nimm dir Zeit für deine Mitarbeiter*innen und sorge dafür, dass du immer erreichbar bist. Es ist sehr schwierig, Unterstützung bei psychischen Problemen zu bieten, wenn du das zwischen anderen Aufgaben erledigen musst. Plane Zeit in deinem Terminkalender ein, damit du mit voller Aufmerksamkeit zuhören kannst. Schaffst du das nicht alleine? Stelle sicher, dass dich Kolleg*innen unterstützen können oder suche dir einen externen Anbieter, der dir dabei helfen kann.

 

Marc Rottinghuis, Mitbegründer von Spryng, erklärt: „Indem du innerhalb von 24 Stunden ein Gespräch mit einer fachkundigen Person anbieten kannst, nimmst du die Hürde für das Aufsuchen von Hilfe, wodurch dieser Schritt schneller getätigt wird. Ein Gespräch sorgt immer für Erleichterung und für uns gilt: Je schneller, desto besser.“

 

4. Sorge für messbare Ergebnisse

 

Messen ist Wissen. Wenn du mehr über die psychische Gesundheit in deinem Unternehmen erfahren möchtest, ist es ratsam, mit messbaren Ergebnissen zu arbeiten. Nutze hierfür eine übersichtliche Umfrage mit vordefinierten Antwortmöglichkeiten. So kannst du dir ein visuelles Bild über den Status der psychischen Gesundheit innerhalb deines Unternehmens machen. Führe diese Umfrage mindestens einmal pro Quartal durch. So gewinnst du Einblicke in Trends und kannst darauf aufbauend Lösungen erarbeiten.

 

Roos Schelvis, politische Beraterin der Erasmus Universität, erklärt, wie sie diese Umfrage durchführen: “Wir wollen nicht nur auf individueller Ebene Einblick erhalten, sondern auch für jedes Team und jede Fakultät. Wir wollen einen mehrschichtigen Ansatz einführen und einen Prozess starten, um herauszufinden, welche Lösungen auf diesen verschiedenen Ebenen benötigt werden. So können wir im gesamten Unternehmen Änderungen durchführen. Ohne das wir erfahren, welche*r Mitarbeiter*in Hilfe anfordert, hilft uns OpenUp dabei, Trends zu erkennen, damit wir darauf aufbauend Entscheidungen treffen können.“

 

5. Entscheide dich für eine individuelle Herangehensweise

 

Es klingt logisch, wird aber doch oft übersehen: Eine individuelle Herangehensweise. Jeder ist anders, also funktioniert auch für jeden etwas anderes. Der eine unterhält sich gerne mit jemandem, während der andere lieber zuhört oder nachliest, wie andere mit psychischen Problemen umgehen. Sei dir über die persönlichen Bedürfnisse jedes Einzelnen bewusst und suche darauf aufbauend nach geeigneten Lösungen.

 

 

Bei OpenUp bieten wir den Mitarbeiter*innen unserer Kunden Zugang zu Einzelgesprächen mit einem oder einer Psycholog*in. Darüber hinaus organisieren wir Webinare, Interviews und Umfragen und bieten Online-Selbsthilfeprogramme und nützliche Blogartikel an. So kann jeder Einzelne einen für sich geeigneten Weg finden, um an seiner oder ihrer psychischen Gesundheit zu arbeiten.

 

Psychische Probleme können nicht warten. Je früher sie in Angriff genommen werden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ernsthaft zu Schaden kommt und sogar krankheitsbedingt ausfällt. Indem du Mitarbeiter*innen auf zugängliche Weise Lösungen für ihre psychischen Probleme anbietest, gibst du ihnen den Raum, sich selbst mit dem Problem auseinanderzusetzen, bevor es zu spät ist.

 

👉 Lesen Sie hier die Erfahrungen von Lara Herpers, Leiterin Menschen & Kultur @ Team5pm: “Aufmerksamkeit für das psychische Wohlbefinden muss im gesamten Unternehmen verankert sein.