Warum du öfter Teambuilding machen solltest (und 13 Dinge, die du tun kannst)

OpenUp Redaktion
Überprüft von Psycholog*in Ida Dommerholt
Wenn elf Menschen auf dem Fußballplatz stehen, jedoch jeder mit deren eigenen Ball, während alle versuchen, selbst ein Tor zu schießen. Führt das nicht zu einem großen Chaos? Stattdessen muss die Mannschaft zusammen arbeiten, um gemeinsam als Team ein Tor zu erzielen. Und genauso ist es auch in Unternehmen: Eine Gruppe von Einzelgänger*innen mit individuellen Zielen ergibt selbstverständlich kein Team. Eine Gruppe von Menschen, die zusammenarbeiten und gemeinsame Ziele verfolgen, schon. Aber wie baut man ein starkes Team auf? Und welche Rolle hat Teambuilding dabei?

 

In diesem Artikel erfährst du, was Teambuilding für den Aufbau eines guten Teams bedeuten kann und wie du am besten dabei vorgehst.

 

Warum ist Teambuilding wichtig?

 

Der Aufbau eines starken Teams umfasst mehr als die Rekrutierung von Menschen mit den richtigen Fähigkeiten, Denkweisen und Persönlichkeiten. Denn egal, wie geeignet eine Person scheint, wenn sie nicht in ein effektiv zusammenarbeitendes Team unterkommt, sind die Chancen gering, dass diese Person ihr volles Potenzial ausschöpfen kann.

 

Demnach kommt an dieser Stelle Teambuilding ins Spiel. Teambuilding ist das aktive Zusammenbringen von Teammitgliedern mit dem Ziel, ihre gegenseitigen Beziehungen zu stärken und zu vertiefen.

 

Wie bereits erwähnt, ist Teambuilding ein wichtiger Bestandteil bei der Bildung effektiver Teams, denn es…

 

1.   Stärkt das Vertrauen

 

Gegenseitiges Vertrauen ist eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen für ein effektives Team. Ein Teil unseres Gehirns ist nämlich ständig mit dem Wunsch beschäftigt, dazuzugehören. Wenn wir merken, dass wir irgendwo dazugehören, kommt dieser Teil unseres Gehirns zur Ruhe und macht ebenfalls Kapazitäten für andere Dinge frei.

 

Vertrauen führt zu der Schaffung eines sicheren Umfelds, in dem sich die Mitarbeitenden trauen, selbst Entscheidungen zu treffen, Fehler zu machen, ihre eigenen Ideen proaktiv vorzubringen und letztendlich auch weniger Probleme damit haben, ihre Schwachstellen zu zeigen.

 

2.   Verbessert die Kommunikation

 

Egal, ob ihr zum Bowlen geht, in eine Karaoke- Bar oder zu einem Workshop: Gemeinsam etwas Schönes unternehmen, ist immer auch direkt ein gutes Kommunikationstraining. Es mag vielleicht seltsam klingen, aber Teambuilding ist eine überraschend gute Möglichkeit, sich gegenseitig auf informelle Weise kennenzulernen.

 

Denn du lernst die Kommunikationsstile anderer Menschen kennen und kannst gleichzeitig deine eigenen Kommunikationsfähigkeiten schärfen. 

 

Wenn es einer Fachkraft zum Beispiel schwerfällt, sich bei Meetings an Diskussionen zu beteiligen, können teambildende Aktivitäten dabei helfen, dies unter weniger Druck zu üben.

 

3. Löst versteckte Konflikte

 

Mit Teambuilding-Aktivitäten schaffst du Raum für kleinere Meinungsverschiedenheiten, Konkurrenzkämpfe oder andere Interaktionen der gleichen Art, die am Arbeitsplatz üblicherweise nicht vorkommen sollten. Denn dort steht oft Höflichkeit im Vordergrund, wodurch Konflikte oft verdrängt und vermieden werden.

 

Teambuilding-Aktivitäten dienen als “soziale Normierungsaktivitäten”. Auf eine geschützte und spielerische Weise erforscht ihr als Team, welches Verhalten akzeptabel ist und wie ihr mit den Grenzen der Kolleg*innen umgehen könnt. 

 

4.  Macht alle Beteiligten nahbar

 

Bei Teambuilding-Aktivitäten sind alle gleich. Vorgesetze oder Personen mit viel Arbeitserfahrung können am Arbeitsplatz unnahbar oder einschüchternd wirken. Aber während eines gemeinsamen Drinks, eines Workshops oder einer anderen Aktivität ändert sich dieser Eindruck und der Vorgesetzte entpuppt sich in den meisten Fällen als toller Mensch!

 

Dies war ein entscheidender Faktor in der Gründungsphase von Google: Es wurden Streethockeyspiele mit dem gesamten Unternehmen organisiert, bei denen alle ihr Bestes gaben. 

 

5.   Verleiht dem Team neue Energie

 

Ein Tapetenwechsel sorgt für den idealen Energieschub. Wenn ein Team nach einem erlebnisreichen Tag ins Büro zurückkehrt, wirkt sich dies positiv auf den Energiepegel im Office aus. Und es kann sich auch nachträglich noch bemerkbar machen, indem man sich zusammen wieder an die schönen Erlebnisse erinnert.

 

6.   Stärkt die Zusammenarbeit

 

Das klingt logisch, ist aber nicht weniger wichtig. Wenn sich die Teammitglieder nicht (gut) kennen, wird die Zusammenarbeit schwieriger. Durch tolle gemeinsame Unternehmungen lernen sich die Kolleg*innen auf ungezwungene Weise besser kennen. Sie entwickeln Respekt füreinander, lernen, welche Themen den anderen begeistern oder in welchen Situationen diese gereizt reagieren kann. Und das alles ist gut für die Zusammenarbeit.

 

7.   Bietet Unterstützung bei hybriden Arbeitsmodellen

 

Wenn ein Teil des Teams nicht (immer oder regelmäßig) vom Büro aus arbeitet, beeinträchtigt dies die sozialen Bindungen. Gerade in solchen Situationen bietet es sich an, regelmäßige Teamaktivitäten zu organisieren. Versuche, das gesamte Team vor Ort zusammenzubringen, denn auf dem Bildschirm sehen sie sich schon oft genug.

 

8.   Verbessert Kreativität und Innovation

 

Teambuilding durchbricht die tägliche Routine. Ein Team aus seinem gewohnten Arbeitsumfeld herauszuholen, fördert die Kreativität und hilft, neue Erkenntnisse zu gewinnen.

 

Darüber hinaus wächst unsere Vorstellungskraft, wenn wir uns in einer Gruppe von Menschen befinden. Auch dies kommt der Kreativität zugute.

 

Und schließlich gilt: Wenn Teammitglieder, die normalerweise wenig oder gar nicht miteinander zu tun haben, auf eine andere Art und Weise zusammengebracht werden, erhöht das auch die Wahrscheinlichkeit für kreative und innovative Ideen.

 

9.   Sorgt für zufriedene Teammitglieder

 

Gelegentliche Betriebsausflüge halten die Mitarbeitenden bei Laune. Auf diese Weise kann das Unternehmen seine Wertschätzung für den Beitrag, den jeder Einzelne an das Unternehmen liefert, zum Ausdruck bringen und ihn ermutigen, dies auch weiterhin zu tun.

 

6 Tipps für ein effektives und unterhaltsames Teambuilding 

 

Teambuilding muss natürlich nicht bedeuten, dass man mit seinen Kolleg*innen ein Floß bauen geht. Oder einen Turm aus Spaghetti und Marshmallows. Denn darauf haben nur die wenigsten Menschen Lust. Die nachfolgenden Rahmenbedingungen sorgen dafür, dass dein Teambuilding tatsächlich Spaß macht und gleichzeitig einen Mehrwert bietet:

 

  1. Lege nicht zu viel Wert auf die vermittelten Lektionen, sondern stelle den Spaß in den Vordergrund. Wähle eine Tätigkeit, die den Mitarbeitenden auch tatsächlich gefällt. Die daraus gezogenen Lehren sind dann zwar weniger eindeutig, aber nicht weniger wertvoll.
  2. Setze auf analog! Online-Treffen machen nicht so viel Spaß wie Treffen im wirklichen Leben, und eine persönliche Verbindung über den Bildschirm zu kreieren ist nicht so leicht. Organisiere dein Teambuilding-Event daher, wenn möglich, offline. Sorge auch dafür, dass Mitarbeitende, die sonst im Homeoffice arbeiten, dabei sein können.
  3. Organisiere die Aktivität während der Arbeitszeit. Wenn du die Teambuilding-Maßnahme während der Arbeitszeit organisierst, stellst du sicher, dass mehr Menschen teilnehmen können, und unterstützt somit eine gesunde Work-Life-Balance, da die Freizeit der Mitarbeiter*innen entsprechend berücksichtigt werden.
  4. Bei einer Teambuilding-Aktivität ist die Einbeziehung der Teilnehmer wichtig. Achte darauf, Aktivitäten zu wählen, an denen jede*r teilnehmen kann.
  5. Teambuilding kann auch in einer Stunde durchgeführt werden. Und auch kurze wöchentliche oder monatliche Teambuilding-Aktivitäten sind sinnvoll. Zum Beispiel während der Mittagspause. Auf diese Weise sorgst du dafür, dass Teambuilding in den Arbeitsalltag integriert wird. Schließlich haben wir ständig das Bedürfnis nach einem Gefühl der Zugehörigkeit.
  6. Teambuilding ist etwas, was man auch alleine machen kann. Ein starkes Team beruht nicht nur auf starken gegenseitigen Beziehungen. Es ist auch abhängig von psychisch gesunden Menschen. Gemeinsam mit dir unterstützt OpenUp bis zu 100%  deiner Mitarbeitenden dabei, ihre psychische Gesundheit zu stärken und ihre Arbeitsleistung durch eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens zu steigern.

 

13 Aktivitäten, an denen Teams Spaß haben

 

Aber welche Aktivität soll es sein? Du willst dich schließlich nicht wiederholen oder auf Standardoptionen zurückgreifen. Diese Liste hilft dir bei der Entscheidung:

 

1. Gesellschaftlich verantwortungsvolle Aktivitäten: Leistet einen Tag lang Freiwilligenarbeit oder geht mit Plastic Whale auf Plastikfang.

 

2. (Wöchentliches) Pubquiz: Zum Beispiel am Freitagnachmittag vor dem traditionellen gemeinsamen Drink zum Start ins Wochenende. Gestalte die Fragen teils allgemein, teils über das Unternehmen und das Team.

 

3.Talentshow: Organisiere „Das Supertalent“, wo Einzelpersonen oder Gruppen von Kolleg*innen ihre fantastischen Fähigkeiten unter Beweis stellen können. Teammitglieder, die lieber nicht im Mittelpunkt stehen möchten, können als Publikum oder Jury mitwirken.

 

4. Kochkurs: Wähle eine spannende Länderküche aus. Oder begeistere das Team, indem ihr auch vegetarische oder vegane Rezepte ausprobiert.

 

5. Höhle des Löwen: Organisiere einen „Höhle der Löwen“-Event. Dabei kann es sehr seriös zugehen, indem Mitarbeitende ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung für das Unternehmen vorschlagen. Oder auch ganz belanglos, zum Beispiel, indem man neue Gerichte auf der Mittagskarte thematisiert.

 

6. Bring deinen Hund mit zur Arbeit: Wenn Menschen und Tiere zusammenkommen, entstehen oft wunderbare Dinge.

 

7. Teamausflug: Entziehe dein Team dem Alltag und macht einen gemeinsamen Kurzurlaub. Ein interessanter Ort zum Übernachten, zum Beispiel ein Baumhaus oder eine Jurte, macht diesen Ausflug zu etwas ganz Besonderem.

 

8. Escape-Room: Es gibt keine bessere Möglichkeit, sich gegenseitig kennen zu lernen, als bei einer guten alten Escape-Room-Session.

 

9. Mockumentary: Bitte verschiedene (Teil-)Teams einen Dokumentarfilm über ihren “Tag im Büro” zu drehen. Die kurzen 5-minütigen Filme können anschließend zum Beispiel im Style eines Freiluftkino auf der Dachterrasse gezeigt werden.

 

10. Organisiere eine Verkostung: Wusstest du, dass Bier und Käse sehr gut zusammenpassen können? Von Bier und Käse bis hin zu Wein oder sogar Schokolade.

 

11. Mixology-Kurse und (Mock-/)Cocktail-Wettbewerb: Die Zubereitung ausgefallener Drinks in ungezwungener Atmosphäre kann dazu beitragen, die Teammitglieder einander näher zu bringen. Dein Team kann auch gemeinsam einen eigenen Cocktail kreieren (der natürlich nicht unbedingt Alkohol enthalten muss).

 

12. Team-Playlist: Stellt eine Team-Playlist auf Spotify zusammen, bei der alle Songs hinzufügen können. Spielt diese bei euren Teambuilding-Aktivitäten ab. Es kann sehr lustig sein, zu erraten, wer welches Lied hinzugefügt hat. 

 

13. Wochenende in einem GIF: Beginne den Montagmorgen, indem du alle darum bittest, ein GIF in der Gruppen-App oder auf Slack zu posten, das ihr Wochenende beschreibt. Sprecht anhand dieser GIFs gemeinsam über die erlebten Ereignissen aller Mitarbeitenden, bevor die Arbeitswoche offiziell beginnt.

 

Mit diesen Tipps kannst du nun eine starke Mannschaft schaffen, die ein Tor nach dem anderen erzielt! Und das ganz simpel, auf Grundlage von gegenseitigem Vertrauen, gute Kommunikation, Energie, Zusammenarbeit, Kreativität und natürlich, ganz viel Spaß!