10 Tipps für mehr Selbstvertrauen

19 Jul ‘21
5 min
Jan Helder
zelfvertrouwen

Selbstvertrauen ist wichtig, um auf angenehme Weise durchs Leben zu gehen. Wie genau entsteht Selbstvertrauen? Und warum gerät es manchmal ins Wanken? Open up Psychologin Shannon erklärt, was Selbstvertrauen ist – und was du tun kannst, um es zu erhalten.

 

„Stelle ich eine dumme Frage?“ „Mache ich es richtig?“ „Mögen sie mich?“ Unsicherheit kann in vielen Bereichen deines Lebens eine Rolle spielen – bei der Arbeit, in der Ausbildung und in Freundschaften. Und obwohl sie sehr menschlich ist, kann Unsicherheit verdammt lästig sein. Shannon: „Bei Selbstvertrauen geht es darum: Traue ich mir etwas zu; vertraue ich darauf, dass ich etwas tun kann? Und das ist keine statische Sache, sondern ein sich verändernder Prozess, der das ganze Leben lang andauert.

 

Wie funktioniert Selbstbewusstsein?

 

In der Psychologie unterscheiden wir zwischen zwei wesentlichen Säulen, auf denen deine Entwicklung beruht, nämlich deiner angeborenen Veranlagung – der Natur – und den Erfahrungen, die du im Laufe deines Lebens machst – der Erziehung. Diese beiden Einflüsse bestimmen auch, wie selbstbewusst oder unsicher du dich in bestimmten Situationen fühlst.

 

Haben dir deine Eltern eine starke Persönlichkeit mitgegeben? Dann hat das einen positiven Einfluss auf dein Selbstvertrauen. Wurdest du einmal bei einer Präsentation in der Schule ausgelacht? Dann wirkt sich das auf dein Selbstwertgefühl aus. Manchmal geschieht das auch strukturell – zum Beispiel bei Mobbing. Dann kann es zu Vermeidungsverhalten kommen: Du vermeidest dann Situationen in deiner Arbeit oder in deinem gesellschaftlichen Leben, um diesem schlechten Gefühl nicht noch einmal ausgesetzt zu sein.

 

Soziale Medien oder nicht?

 

Die Nutzung sozialer Medien wird nicht ohne Grund diskutiert, wenn es um Selbstvertrauen geht. Shannon: „Wir sind Gruppentiere, wir wollen dazugehören. Realistisch oder nicht: Es liegt in der menschlichen Natur, dass wir dem idealen Standard entsprechen wollen, der in den sozialen Medien präsentiert wird. Wenn du merkst, dass du schon von Natur aus ein wenig mit deinem Selbstbild haderst, dann wird die Nutzung sozialer Medien das wahrscheinlich noch verstärken.

 

“Ob realistisch oder nicht, es liegt in der Natur des Menschen, dass wir den idealen Standard erreichen wollen, der in den sozialen Medien präsentiert wird.”

 

Auch die Kultur spielt eine Rolle für das Selbstvertrauen. In unserer Gesellschaft steht zum Beispiel die individuelle Leistung im Mittelpunkt, während in Asien das Kollektiv überwiegend als wichtiger angesehen wird. Individuelles Scheitern hat daher in unserer Gesellschaft mehr Gewicht: Wenn du nicht weißt, was du tust, oder wenn du einen Moment lang keinen Erfolg hast, fühlt es sich an, als sei es deine eigene Schuld.

 

Auch das Sprichwort „Hauptsache, es macht Spaß“ hat bei uns einen hohen Stellenwert. Das hilft nicht viel, wenn du dich schämst oder verletzlich fühlst. Gut zu wissen: Diese Gefühle nehmen oft ab, wenn du älter wirst: Unsere Fähigkeit, die Dinge zu relativieren, wächst mit dem Alter.

 

Das kannst du selbst tun

 

Spielt es für dein Selbstvertrauen eine Rolle, ob du zu Hause oder bei der Arbeit bist? „Bis zu einem gewissen Grad. Natürlich haben die Unternehmenskultur und eine gute Abstimmung im Job einen Einfluss darauf, wie sicher oder unsicher du dich in einem Job fühlst. Aber die Erfahrungen, die dich selbstbewusst gemacht haben – im Guten wie im Schlechten – trägst du immer und in jeder Situation wie einen Rucksack mit dir herum. Zum Glück ist dieser Rucksack nicht verschlossen: Es ist immer möglich, ihn um relativierende und stärkende Erfahrungen zu erweitern.“

 

Tipps um dein Selbstvertrauen zu stärken

 

1. Erkenne: Es ist normal

 

Jeder fühlt sich irgendwann in seinem Leben unsicher. Selbst Künstler/innen, die zum x-ten Mal vor Millionen von Menschen auftreten. Es ist nicht seltsam oder dumm, wenn du unsicher bist.

 

2. Konzentriere dich auf das Positive und feiere deinen Erfolg!

 

Schreibe jeden Abend 3 Punkte für dich auf und konzentriere dich darauf, was du gut gemacht hast oder was deinetwegen gut gelaufen ist. (Zum Beispiel: „Ich habe heute gesund für mich gekocht.“)

 

3. Frage die Menschen in deinem Umfeld nach deinen positiven Eigenschaften

 

Oft ist das Bild, das du von dir selbst hast, ungerechterweise viel weniger rosig als das, was andere Menschen von dir sehen. Frage: „Wenn du an mich als Person denkst, was fällt dir dann ein?“

 

4. Vergleiche dich nicht zu sehr mit anderen Menschen

 

Schau nicht auf andere Körper, Karrieren, Leistungen oder Häuser: Konzentriere dich auf dich selbst und bewerte deine eigene Situation neutral. Es ist unrealistisch, sich mit einem Spitzensportler zu vergleichen, wenn du gerade erst mit dem Sport angefangen hast. Mit dem Training deines Geistes verhält es sich wie mit dem Training deines Körpers: Übe viel und sei routiniert, dann wird es dir immer leichter fallen.

 

5. Betrachte dich selbst mit Sanftmut

 

Bedauerst du etwas, das du gesagt hast? Denkst du, du hast einen Fehler gemacht? Überlege dir, was du einem Freund oder einer Freundin sagen würdest, der/die an deiner Stelle wäre. Schreibe es auf und sage es dir im Spiegel.

 

6. Wirf einen kritischen Blick auf deine Konten in den sozialen Medien

 

Was machen die sozialen Medien mit dir? Wenn du feststellst, dass deren Nutzung manchmal einen negativen Beigeschmack hinterlässt, überlege dir, was du weglassen kannst und was du wirklich magst. Lege eine maximale Nutzungszeit für dich fest und überlege: Was könntest du mit der Zeit, die dir bleibt, anfangen?

 

7. Lege die Messlatte niedriger

 

Selbst mit ein paar Prozenten weniger Leistung kommst du immer noch mehr als gut zurecht. Du musst nicht immer derjenige sein, der Überstunden macht. Versuche nicht ununterbrochen, deine sportlichen Leistungen zu verbessern. Dein Zuhause muss nicht immer makellos sein. Gut ist gut genug.

 

8. Ersetze „Ich muss“ durch „Ich darf“

 

Schau, ob du immer noch etwas tun willst. Erlaube dir, etwas “nicht zu tun“, wenn du Zeit für dich brauchst.

 

9. Versuche es mit einem Psychologen

 

Sie sind dafür da, dir konstruktive, kritische Fragen zu stellen – um deine Gedanken zu überprüfen und zu sehen, welche richtig sind und welche nicht, und um dir zu helfen, mit Unsicherheiten umzugehen.

 

10. Gib dir etwas Zeit

 

Unsicherheit entsteht und ändert sich nicht über Nacht. Selbstvertrauen auch nicht. Gönne dir etwas Zeit und Raum, um es anzugehen. Konzentriere dich auf die Schritte, die du unternimmst, und die Fortschritte, die du machst, anstatt dich nur auf das Endziel zu konzentrieren.

Hoffentlich dienen dir die obigen Tipps als Werkzeuge und Erkenntnisse für mehr Selbstvertrauen. Gibt es noch etwas, das dir sehr hilft? Oder helfen dir die oben genannten Tipps nicht? Schreib uns über team@openup.care oder buche eine kostenlose Sitzung mit einem unserer Psychologen. Diese helfen dir gerne bei deinen persönlichen Herausforderungen und gehen näher darauf ein, was für dich funktioniert und was nicht.