Warum die Investition in mentales Wohlbefinden neue Talente anzieht (und wie man dieses Prinzip richtig umsetzt)

4 Sep ‘22
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OpenUp Redaktion
Überprüft von Psycholog*in Judith Klenter
Der Arbeitsmarkt war lange nicht so angespannt wie heute. Teilweise kommen auf 100 freie Stellen nur 75 Interessenten. Diese Zahlen weisen darauf hin, dass die Konkurrenz zwischen den Unternehmen groß ist, wenn es darum geht, neue Talente zu rekrutieren. Ein Unternehmen, das sich aktiv um das psychische Wohlbefinden seiner Mitarbeitenden kümmert, kann diesen Aspekt als Vorteil anwenden und so leichter neue Talente gewinnen.

 

Warum ist der Arbeitsmarkt so angespannt?

 

Man sieht und hört es überall – es herrscht Personalmangel: Es werden Zettel in Schaufenster gehängt, auf denen nach Personal gesucht wird. Auch wegen zu wenig Mitarbeitenden bilden sich lange Schlangen an Flughäfen.

 

Das liegt laut Arbeitssoziolog*innen vor allem an der alternden Bevölkerung. Es gehen mehr Menschen in Rente als in den Arbeitsmarkt eintreten. Darüber hinaus haben wir in vielen Arbeitsbereichen wie dem Gesundheits- und dem Bildungssektor lange Zeit die Arbeit nicht entsprechend gewürdigt, was dafür gesorgt hat, dass Arbeitskräfte aus diesen Bereichen ausgestiegen sind.

 

Menschenfreundlichkeit als Wettbewerbsvorteil

 

Wir sehen immer öfter, dass Unternehmen Tricks anwenden, um neue Mitarbeitende anzulocken. Das kann von Empfehlungs- oder Vertragsabschlussprämien bis hin zu kreativen Zusatzleistungen wie einem kostenlosen E-Bike reichen. Dies sind zwar kleine Vorteile, die Mitarbeitende überzeugen können. Aber es sind keine nachhaltigen Lösungen.

 

Für Jeanne Meister, Gründerin von Future Workplace, beginnt diese Menschenfreundlichkeit mit der Fürsorge für das eigene Personal: „Programme zur Verbesserung des Mitarbeiterwohlbefindens sind mittlerweile eines der wichtigsten Kriterien für Arbeitnehmer*innen bei der Suche nach einem neuen Job. Das bedeutet, dass Arbeitgeber*innen ihr Gesamtpaket an vertraglichen Bestimmungen auf eine andere Art und Weise betrachten müssen, einschließlich Bestimmungen, die auf die finanzielle und psychische Gesundheit der Angestellten ausgerichtet sind.“

 

Und das funktioniert: 87% der Arbeitnehmer:innen geben an, dass sie Gesundheits- und Wellnesspakete bei der Wahl der Führungskraft in ihre Überlegungen einbeziehen. Und 45% der Angestellten sagen, dass sie aufgrund der guten Gesundheitsprogramme länger bei ihrer Arbeitgeber*in bleiben möchten.

 

👉 Wie sich das mentale Wohlbefinden deiner Mitarbeitenden genau verbessern lässt, kannst du in diesem Artikel mit Tipps und in diesem Artikel über nachhaltig beschäftigungsfähiges Personal nachlesen. 

 

Auf Wohlbefinden ausgerichtete Zusatzleistungen sind ein gutes Unterscheidungsmerkmal

  

Natürlich bietest du wettbewerbsfähige Gehälter, ausreichend Urlaubstage und attraktive Prämien, wenn du neue Talente gewinnen möchtest. Aber auch deine Konkurrenten, die im selben Pool nach Talenten fischen, tun dies. Deshalb ist es wichtig, dass sich dein Unternehmen auch auf andere Weise unterscheidet

 

Und ein Fokus auf mentales Wohlbefinden ist ein solches Unterscheidungsmerkmal. Wie bereits erwähnt, bezieht die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer*innen bei der Wahl einer neuen Arbeitgeber*in Gesundheits- und Wellnesspakete in ihre Überlegungen ein, während nur 40% der Arbeitgeber*innen Programme zur Verbesserung des Mitarbeiterwohlbefindens als eine hohe Priorität in ihrem Leistungspaket betrachten. Dazu werben nur 25% während des Einstellungsprozesses aktiv für diese Programme. Es ist also noch genug Luft nach oben da, um sich in diesem Punkt von der Konkurrenz zu unterscheiden.

 

Mache deine Mitarbeitenden zu Markenbotschafter*innen (Eng. Brand Ambassadors) 

 

Unterschätze auch nicht die Bedeutung deines bestehenden Teams, wenn es darum geht, neue Talente zu gewinnen. Jedes Mal, wenn über die Arbeit gesprochen wird – egal ob mit Freund*innen in der Kneipe oder an Ostern mit den Schwiegereltern – es wird Werbung für oder (wenn sie nicht so zufrieden sind) gegen dein Unternehmen gemacht.

 

Personalleiterin Charlotte van Thienen von Accenture sagte kürzlich gegenüber NOS (Nederlandse Omroep Stichting): “Der Weg über Freund*innen und Bekannte ist eine sehr zuverlässige Quelle: Deine Mitarbeiter*innen sind die besten Botschafter*innen für dein Unternehmen. Und sie haben wiederum Freund*innen und Familie, aber auch LinkedIn-connections. Besonders in einem angespannten Arbeitsmarkt ist dies ein großer Vorteil.”

 

Die Fachkräfte sollten ihr Unternehmen natürlich nur dann empfehlen, wenn sie mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden sind. Ein Fokus auf das mentale Wohlbefinden kann hierbei helfen: Für 67% der Fachkräfte, die für Unternehmen mit guten Programmen für Mitarbeiterwohlbefinden arbeiten, ist die Wahrscheinlichkeit “extrem hoch”, dass sie ihre*n Arbeitgeber*in weiterempfehlen.

 

Investiere in die mentale Gesundheit deines Personals

 

Es ist eigentlich ganz easy: Ein gut durchdachtes Programm zur Verbesserung des Mitarbeiterwohlbefindens kann wirklich einen Unterschied machen, wenn es darum geht, neue Talente zu rekrutieren und diese im Unternehmen zu behalten. Die Nutzung von OpenUp kann ein entscheidender Teil des Angebotes zur Verbesserung des Mitarbeiterwohlbefindens in den Nebenleistungen deines Unternehmens sein. OpenUp unterstützt deine Mitarbeitenden nämlich mit Hilfe von Einzelgesprächen mit Psycholog*innen, Gruppensitzungen und Online-Selbsthilfemodulen bei ihrem mentalen Wohlbefinden.

 

Doch nicht nur die richtigen Partner*innen und Instrumente tragen zum Wohlbefinden der Belegschaft bei. Ebenso wichtig ist eine allgemeine Aufmerksamkeit für das Wohlbefinden im Arbeitsalltag. Dabei sind folgende Elemente wichtig:

 

  • Vorgesetzte, die die Anzeichen mentaler Probleme erkennen;
  • Regelmäßige Gespräche zwischen Vorgesetzten und Teammitgliedern, aber auch zwischen den Teammitgliedern untereinander, bei denen Probleme besprochen werden;
  • Eine offene und transparente Unternehmenskultur
  • Ausreichend Anlaufstellen – wie Vertrauenspersonen, Personalabteilung, Vorgesetze oder externe Psycholog*innen – an die sich Mitarbeitende mit mentalen Herausforderungen wenden können;
  • Ausreichende Autonomie bei der Arbeit;
  • Eine gesunde Work-Life-Balance;
  • Ausreichende Flexibilität bei Arbeitsort und Arbeitszeiten, damit die Arbeit zum Beispiel gut mit Betreuungsaufgaben vereinbar ist.

 

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